2017-03-01 11:33

Weltwassertag am Schweizer Fernsehen

Zum Weltwassertag am 22. März 2017 strahlt das Schweizer Fernsehen "Bottled Life" aus. Um 00:10 auf SRF1.

 

Die Recherchen zu unser Film aus dem Jahr 2012 dauerten vier Jahre. Erste Dreharbeiten fanden 2008 statt. Einzelne Tatbestände haben sich in der Zwischenzeit verändert. Erstaunlicherweise bleiben die im Film geäusserten Vorwürfe im Grundsatz aber bestehen.

Details im Eintrag vom 14.8.16 (untenstehend).

2016-08-14 13:49

"Bottled Life" erneut auf ARTE TV

Am Dienstag, 16.8., wiederholt ARTE um 20.15 Uhr noch einmal „Bottled Life“ aus dem Jahr 2012. Zeit für eine Zwischenbilanz.

 

Die im Film geäusserten Vorwürfe gegenüber Nestlé, dem grössten Flaschenwasserkonzern der Welt, bleiben im Grundsatz bestehen. Hingegen hat sich die Situation in einem im Film gezeigten konkreten Fall verbessert. Die Dorfbevölkerung hinter der Abfüllfabrik von Sheikupura in Pakistan hatte sich beklagt, Nestlé grabe dem Dorf das Wasser ab und gebe nichts zurück. Im Anschluss an die Erstveröffentlichung des Film nahm der Schweizer Konzern Stellung und sagte, man „sei daran, eine Wasserstation für die Bevölkerung zu bauen“.

Recherchen eines Mitarbeiters vorort ergeben nun, dass Nestlé diese Wasserstation für die Bevölkerung installiert hat. Umar Hayat, ehemaliger Gemeinderat von Bhatti Dilwan, sagt, das Wasser sei gratis erhältlich und die Versorgung sei genügend. Er wünscht sich aber „eine Verstärkung des Wasserdrucks“ und „eine raschere Sicherstellung von Reparaturen“, da die Station nicht immer fehlerfrei laufe.

 

Dass Nestlé rund um seine Flaschenwasserfabriken in Drittweltländern für die umliegende Dörfer sicheres Wasser gratis zur Verfügung stellt, ist das mindeste, dass man erwarten darf. Wir als Produzenten von „Bottled Life“ meinen: Solches Verhalten sollte nicht erst nach jahrelangen Forderungen der direktbetroffenen Bevölkerung und aufgrund des öffentlichen Drucks von Film- oder Medienberichten erfolgen. Vielmehr gehört solches automatisch zum Wohlverhalten eines modernen Weltkonzerns hinzu. Vor allem, wenn man sich, wie Nestlé, das Prinzip des „Creating Shared Value“ auf die Fahnen schreibt.

Irritierend bleibt, wie Nestlé weiterhin aggressiv nach neuen Quellen Ausschau hält. Nicht nur in Afrika, Asien oder Südamerika, sondern auch im grössen Markt der Welt, in den USA. Zahlreiche Vorfälle zeigen dies:

  • die seit Jahren laufende Auseinandersetzung um eine Quelle in Fryeburg, Maine

  • der Streit in wasserreichen Gebieten in den Bundesstaaten Oregon, Pennsylvania und Washington

  • die Haltung Nestlés während der Jahrhundert-Trockenheit von 2015 in Kalifornien

  • die Rolle Nestlés im Trinkwasserskandal von Flint/Michigan

Immerhin gibt es in einzelnen Fällen auch Gutes zu berichten. Im Mai dieses Jahres hat in Cascade Locks in Oregon das Volk gegen Nestlé gewonnen. Erstmals entschieden Stimmberechtigte an der Urne, ob der Multi eine Flaschenwasseranlage betreiben darf oder nicht. Das Votum lautete klar NEIN.

Siehe dazu: http://inthesetimes.com/rural-america/entry/19150/voters-in-oregon-defeat-nestles-attempt-to-privatize-their-water

2016-07-25 09:23

Nestlé will nicht lernen

Erneut schlichen sich Nestlé-Wasserspezialisten in einer kleinen Gemeinde ein und begannen mit Arbeiten zum Testen von kommunalen Wasservorkommen. Die Bevölkerung des kleinen Städtchens Waitsfield im US-Bundestaat Washington wurde am Tag der Aufnahme der Nestlé-Vorarbeiten mit einem dürren Communiqué informiert. Den Deal mit Nestlé hatte der Bürgermeister per klammheimlichen Handschlag gemacht.

 

Mitte Juni waren die Mitglieder des City Councils (der Stadtregierung) an ihrer monatlichen Sitzung über die Pläne von Nestlé informiert worden. Nestlé will im Städtchen eine grosse Flaschenwasserfabrik. Die Bevölkerung wurde über das 50-Millionen-Dollar-Projekt nicht informiert.

 

Die am 19. Juli gestarteten Vorarbeiten erwischten sogar die Mitglieder des City Councils auf dem falschen Fuss: „Da sind wir nun, und Nestlé fummelt mit undefinierbaren Arbeiten an unseren Wasservorkommen herum“, sagte KC Kuykendall an der Versammlung des City Councils vom 21. Juli. Kuykendall, selber Council-Mitglied, hatte für das Vorgehen des Bürgermeisters harsche Worte übrig: „Ich verstehe nicht, warum Sie, Bürgermeister, diesen Weg beschreiten. Wir wurden letzten Monat über diese Arbeiten komplett im Dunkeln gelassen.“

 

Der verärgerte Rat überwies darauf einen sofortigen Baustopp für Nestlé. Zuerst soll nun eine Gemeindeversammlung einberufen und die Bevölkerung eingehend informiert werden. Nestlé-Vertreter werden nicht eingeladen. Wie es mit den Nsetlé-Plänen weitergeht, ist offen.

 

Quelle: union-bulletin.com Walla Walla, http://www.union-bulletin.com/news/local_governments/waitsburg/waitsburg-residents-bristle-at-nestle-s-exploration/article_fc5c593e-4f6e-11e6-95aa-a7c23ab0469d.html#comments)

 

Das Vorgehen von Nestlé in Waitsburg, Washington, ist nicht neu. Unser Film „Bottled Life“ von 2012 zeigt ähnlich klammheimliches Vorgehen Nestlés auch im Bundesstaat Maine auf. Nestlé liegt seit Jahren mit zahlreichen US-Gemeinden im Clinch.